Glanzvoller Heimspielauftakt für EBT
Berliner Badmintonspieler schlagen FC Langenfeld 7:1
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Dieser Spätherbst ? Sonntag in der Samariterstraße, Heimstatt des EBT ? Badmintonclubs, sollte ein Sportereignis der besonderen Art werden. Die Sonne schien golden, in der Halle wie gewohnt sachkundiges und begeisterungsfähiges Publikum.
Erwartet wurde, nach erfolgreichem Saisonauftakt gegen Refrath, nun der FC Langenfeld. Keine leichte Aufgabe für die Berliner, denn die starken Rheinländer sind ehrgeizig. In ihrer langen Vereinsgeschichte errangen sie immerhin zwei Europameister- und 115 Deutsche Meistertitel. Bei allen derzeitigen Besetzungssorgen zählen die Langenfelder durchaus auch 2009/10 zum Bundesliga - Oberhaus. Günther Joppien, Bundes-ligaobmann und Betreuer, gab sich da bescheidener: ?Eben wegen dieser Sorgen müssen wir z.B. mit Philipp Wachenfeldt und Fabienne Deprez, zwei junge Spieler nachziehen. So´was braucht erfahrungsgemäß Zeit und schränkt natürlich unsere Möglichkeiten in Sachen Titel ein. Auf alle Fälle wollen wir die play offs erreichen, aber das wird schon schwer genug. Genauso heute, gegen EBT. Ein Sieg wäre da die totale Überraschung.? Diese Überraschung gab es übrigens schon und zwar vor einem Jahr. Da entführten die Langenfelder die begehrten Punkte ins Rheinland, wie auch vor zwei Wochen, als sie Gifhorn mit 6:2 das Nachsehen gaben. Überraschung ?
Die Berliner dagegen beinahe in Galabesetzung, beinahe, denn EBT ? Star Wong Choong Hann fehlte im Aufgebot. Dafür neue Namen beim EBT; mit Eetu Heino und dem indischen Meister Aravind Bhat. Aravind Baht wechselte vom 1. BC Bischmisheim und stellte sich an diesem Sonntag dem Berliner Publikum erstmals im EBT ? Dress vor. In den Doppeln gab Michal Logosz sein Debüt in Berlin, wie auch Jungnationalspieler Josche Zurwonne, - vor der Saison von Union Lüdinghausen an die Spree gewechselt.
Und die EBT - Damen? Natürlich Juliane Schenk, natürlich Nicole Grether, zwei Namen mit Wohlklang in internationalen Badmintongefilden! Die spannende Frage also, wer wird die ?Samariter? als Sieger verlassen? Für den Hausherren und EBT ? Abteilungsleiter Manfred Kehrberg schwierig zu beantworten: ?Beide Teams sehe ich total ausgeglichen, es gibt hier keinen klaren Favoriten. Aber eines zumindest kann ich jetzt schon mit Gewissheit sagen, es wird Badminton der Oberklasse geben!?
Diesen Beweis traten dann auch gleich die EBT ? Damen Grether/Schenk an. Gegen Virta/Deprez demonstrierten sie nicht nur ihre Extraklasse, sondern auch die Expressivität dieser wunderschönen Sportart. Schnell fertigten sie die Langenfelder Damen mit 21:6 und 21:16 überlegen ab. Auffällig die eine oder andere Unstimmigkeit bei den Spielerinnen aus Langenfeld:
?Das ist verständlich, denn ich habe heute erstmals mit N. Virta Doppel gespielt?, so Fabienne Deprez unmittelbar danach. ?Dafür aber waren wir doch im zweiten Satz ganz gut oder!!?
Anders die Situation der EBT ? Damen. ?Wir verstehen uns auch ohne Training sehr gut, normal nach fünf Jahren?, so lächelnd Nicole Grether. ?Im zweiten Satz haben wir uns dann einfach ein wenig zurückgenommen, um Kräfte zu sparen. Wir stehen noch unter Reisestress. Juliane und ich haben nämlich in Japan gespielt und sind gestern erst gelandet. Ich bin übrigens in Japan überraschenderweise unter die letzten Acht gekommen, ja ? und nun ? glücklich!?
Im ersten Herrendoppel spielten Wacha/und B. Joppien ihre ganze Erfahrenheit und Professionalität gegen die Berliner Dettmann/Zurwonne aus. Und so hieß es am Ende 21:16 und 21:14 für die Gäste.
Im zweiten Herren ? Doppel lagen die Berliner Logosz/Anand gegen M. Joppien/Wachenfeldt schnell mit 21:15 vorn. Zwar glich die Langenfelder im zweiten Satz mit 21:19 nochmals aus, hatten aber im finalen Spiel, mit 12:21, keine Chance auf den Sieg.
Noch deutlicher die Kräfteverteilung beim Herreneinzel Eetu Heino gegen Hong Zhang. Für sein glattes 21:15 und 21:13 erntete der EBT ? Finne viel viel Beifall! Desgleichen das Dameneinzel Juliane Schenk/Fabienne Deprez. Mit 7:21 und 14:21 war Fabienne Deprez faktisch chancenlos. ?Es war unsere zweite Begegnung?, erzählt Juliane Schenk. ?Fabienne beherrscht ein paar Schläge, die wirklich gefährlich sind und meine Linie unangenehm stören können. Im zweiten Satz war so eine Situation. Da musste ich dann voll am Limit spielen!?
Auch in den zwei weiteren Herrendoppeln zeigt Gastgeber EBT Überlegenheit und baut seine Führung auf 6:1 aus. Besonders erwähnenswert in diesem Zusammenhang der dramatische Verlauf des Herreneinzels Chetan Anand gegen Przemyslaw Wacha. Akrobatik, Spannung, Verlängerung, Eleganz, atemberaubende Ballwechsel, eben all das, was Badminton so schön und ansehenswert macht, boten die Kontrahenten. Mit 21:17 im dritten Satz schließlich hart erkämpfter Sieg für Chetan Anand!
Den letzten Akzent dieser Bundesligabegegnung setzte schließlich das Mix und das 7:1 für EBT. In dieser Höhe vom Betreuer der Hauherren, Oliver Siegmann, erwartet?
?Nein, absolut nicht. Ich dachte so eher an 6:2 ? 5:3, aber 7:1, nein. Ausschlaggebend war aus meiner Sicht der starke Siegeswille der gesamten Mannschaft und vor allem auch das hohe spielerische Niveau unserer indischen Herren!?
Fazit dieser zweiten Bundesligabegegnung der Saison 2009/10:
Vor allem freudige Erleichterung über Punkte, die in der Samariterstraße blieben, ein bislang makelloses EBT - Punktekonto und Tabellenführung. Aber auch das prägte diesen Badminton ? Nachmittag, die spannenden Temperamente zwischen Siegesfreude einerseits und Nieder-geschlagenheit andererseits.
Text : Peter Gütte









































